Buchvernissage

"Meilen in der Welt - Die Welt in meilen"

24. November 2021, Jürg-Wille-Saal im Gasthof Löwen


ab 18.00 Uhr
Das druckfrische Heimatbuch kann abgeholt werden.

19.00 Uhr
Präsentation der Ausgabe 2021,
musikalisch umrahmt von Elea Nick, Geige und Stefan Acklin, Klavier.

Apéro
Die Covid-Lageentwicklung hat uns vorsichtig gestimmt. Deshalb haben wir uns entschieden, auf den Steh-Apero am Schluss der Veranstaltung zu verzichten. Das kulinarische Angebot, d.h. Wein und Mineralwasser sowie etwas für „zwischen die Zähne“, ist bereits aufgetischt und kann sitzend konsumiert werden. Damit wollen wir der Covid-Lage Rechnung tragen.

  Anmelden

Buchbesprechung 2020

«Corona ad personam» - oder wie Corona das Leben verändert hat.

Das Corona-Virus hat letztes Jahr das Leben praktisch aller Meilemerinnen und Meilemer verändert und beeinflusst. Das Heimatbuch Meilen 2020 dokumentiert den Wandel des Alltagslebens anhand von elf Porträts von der Gymnasiastin bis zur Pflegefachfrau.

«Oral history» nennt sich eine lange Zeit unterschätzte Disziplin der Geschichtswissenschaft. In dieser Disziplin schildern Zeitgenossen, wie sie ein geschichtliches Ereignis persönlich erlebt und erfahren haben. Das Heimatbuch Meilen stellt «Oral History» ins Zentrum der Ausgabe 2020. 11 Meilemerinnen und Meilemer erzählen, wie das Corona-Virus ihr Leben im vergangenen Jahr beeinflusst hat. Die Breite der Persönlichkeiten, die ihren Umgang mit dem Virus schildern, zeigt, dass Covid19 – wie das Virus in der Fachsprache heisst – zwar jede Meilemerin und jeden Meilemer hart getroffen hat, die Auswirkungen aber ebenso individuell waren, wie das Leben selbst. Eltern junger Kinder zeigen auf, wie sie Homeoffice, Fernunterricht und Familie parallel organisieren mussten, ein Primarlehrer, wie er von heute auf morgen eine neue Unterrichtsform erfinden musste. Die Inhaberin eines Coiffeursalons erläutert, wie einschneidend der Lockdown für ihr Gewerbe war und die Wirtin erzählt, weshalb sie trotz Corona zuversichtlich der Zukunft entgegensieht. Sieben weitere Porträts – vom Gemeindepräsidenten, der Pflegedienstleiterin, der Musikerin, der Spitalpräsidentin, einer Gymnasiastin, der Organisatorin von Nachbarschaftshilfe und von einem Landwirt – vervollständigen das Panoptikum von Meilemerinnen und Meilemern im Zeichen der Corona-Krise. Sie decken nicht alle Schicksale ab, aber machen in beeindruckender Vielfalt sichtbar, wie individuell Menschen ihr Leben trotz dem bedrohenden Virus gut organisierten.


Der Vielfalt die Treue halten

Meilen darf auch im Jahr 2020 nicht auf das Corona-Virus reduziert werden. Das macht auch das Heimatbuch Meilen nicht. Wie traditionell üblich beleuchtet es spannende Aspekte von Meilens Ortsgeschichte, seiner Kultur und seines Alltags. So blendet es diesmal in die Zeit zurück, als Fabriken das Ortsbild prägten und porträtiert mit Frédéric-César de Laharpe einen Politiker der Helvetischen Republik, der in Meilen Ferien machte. Der bekannte Schauspieler Bernhard Bettermann hat exklusiv für das Heimatbuch Meilen ein schweizerdeutsches Essay verfasst, das einen wunderbaren Einblick in unseren Alltag gibt und zwar gleichzeitig mit einem externen (deutschen) wie mit einem internen (schweizerischen) Blick, lebt Bernhard Bettermann doch seit vielen Jahren in der Schweiz. Der junge Meilener Karikaturist Olivier Samter erlaubt uns, seine Sicht auf die grossen und kleinen Dinge, welche die Welt bewegen, zu teilen. Zu den kleinen aber wichtigen Dingen gehört seit 1966 der Obermeilemer Schülerspieltag ohne den Meilen ausser im Corona-Jahr kaum mehr denkbar ist. Auch würdigt das Heimatbuch Meilen eine kulturelle Institution, die 2019 ihr 50 Jahr-Jubiläum feierte, nämlich die Kantorei Meilen. Schliesslich spannt das diesjährige Heimatbuch den Bogen quasi zurück zum Anfang. Die Spitex Meilen, respektive wie es heute richtig heisst die Spitex Zürichsee, feierte 2020 ihren 25. Geburtstag. Grössere Herausforderungen als sie das Jubiläumsjahr bescherte, lassen sich wohl kaum vorstellen.


Die Lektüre, die oft hinten beginnt

Und sonst? Sonst werden vermutlich auch dieses Jahr viele Meilemerinnen und Meilemer das Heimatbuch von hinten nach vorne lesen, beginnend bei der umfangreichen Chronik, den Nachrufen auf verdiente, leider verstorbene Persönlichkeiten und eindrückliche Zahlen und Fakten. Ja – im Zentrum des Heimatbuches Meilen 2020 steht die Corona-Krise. Aber das Heimatbuch ist auch dieses Jahr viel mehr – nämlich ein Abbild des vielfältigen Lebens unserer Gemeinde.

© Vereinigung Heimatbuch Meilen